Buchbesprechungen aus Zeitungen, Magazinen ...

Jurybgeründung Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis Jugendjury 2004 / /
Alles beginnt damit, dass eines Abends ein Fremder zu dem Haus kommt, in dem Meggie und ihr Vater Mo, der "Bücherarzt", wohnen. Der Fremde warnt Mo vor einem gewissen Capricorn. Während ihrer hastigen Flucht stößt Meggie auf immer mehr Geheimnisse, die ihr Vater vor ihr verbirgt. Warum wollte er ihr nie vorlesen? Was ist eigentlich mit ihrer Mutter geschehen, die vor vielen Jahren verschwand? Und vor allem: Was hat es mit dem geheimnisvollen Buch "Tintenherz" auf sich, hinter dem alle her zu sein scheinen?
Tintenherz ist ein wunderschönes Buch über die Liebe zu Büchern und den Zauber der Geschichten. So wie Mo in der Geschichte Personen aus den Büchern herausliest, so schreibt Cornelia Funke ihre Figuren lebendig und verzaubert ihre Leser, sodass diese bis zum Ende mit Meggie und ihrem Vater mitzittern. Langweilig wird es trotz der Länge nie und für alle, die sich wünschen, dass die Personen in ihren Büchern lebendig werden, ist Tintenherz genau das Richtige.
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Notiz zu "Die Tageszeitung" vom 07.10.2003 / /
Cornelia Funke wird neuerdings als die deutsche Joanne K. Rowling bezeichnet, weiß Angelika Ohland und freut sich, dass die Autorin mittlerweile auch im angelsächsischen Raum große Erfolge feiert und ihr neuer Roman "Tintenherz" dank ihres englischen Verlegers, der im Übrigen auch Rowling im Programm hat, zeitgleich dort erscheinen wird. Dennoch ist der Vergleich mit der Harry Potter-Erfinderin nicht gerechtfertigt, findet Ohland; wenn überhaupt erinnern sie Funkes Romane an die von Michael Ende. Wie in dessen "Unendlicher Geschichte" habe auch Funke in "Tintenherz" das Lesen selbst zum anrührenden Thema gemacht, allerdings drehe sie den Spieß um und lasse die Figuren aus den Büchern heraus ins wirkliche Leben treten. Ein höchst ambivalentes Spiel mit dem Reich der Fantasie, das nur an der Oberfläche verführerisch schön wirke und in dem tödliche Gefahren lauerten. Wie dieses Spiel im einzelnen aussieht, verrät die Rezensentin nicht, versichert aber, dass sie gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen, auch wenn man bei den vielen Verwicklungen manchmal den Durchblick verliere. Und, so schließt Ohland, "Tintenherz" ist kein Heile-Welt-Buch.
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Notiz zu "Die Zeit" vom 27.11.2003 Literaturbeilage / /
Dieses Buch, seufzt Konrad Heidkamp beglückt, ist von einer Magierin geschrieben worden. Was für ein Glück, dass es als Trilogie angelegt ist! Erzählt wird die Geschichte des Mädchens Meggie und seines Vaters Mo, ein begnadeter Vorleser, der eines Tages aus dem Buch "Tintenherz" drei böse Gestalten herausgelesen hat, während gleichzeitig Meggies Mutter im Buch verschwunden ist. Die bösen Gestalten versuchen nun, alle Exemplare des Buchs zu vernichten, damit sie nicht ins Mittelalter zurück müssen. Meggie und Mo haben das letzte Exemplar... "Was wünschte sich der Leser sehnlicher, als ins Buch 'einzutauchen', darin zu 'versinken', zu 'verschwinden' oder, umgekehrt, es 'zum Leben zu erwecken' ... Und welch ein Schreck, wenn dies wirklich geschieht", schreibt der begeisterte Heidkamp. Kein anderer Autor habe diese Fantasie so konsequent ausgesponnen wie Cornelia Funke in ihrem fantastischen Jugendroman. "Tintenherz" ist eine "einzige Liebeserklärung ans Buch, ans Papier und an Regale, Einbände, Minuskeln und mit Stoff ausgeschlagene Bücherkisten". Eine wunderbare Sache, findet Heidkamp, aber Eltern lesender Kinder seien gewarnt: "Der Lesende ist asozial, neigt zu Illusionen und überspannten Gefühlen, empfindet jede Störung seiner Tätigkeit als Verletzung der Privatsphäre. Betreten verboten!"
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Notiz zu "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 13.09.2003 / /
Als "ganz singulären Schmöker" bezeichnet Rezensentin Monika Osberghaus diesen Jugendroman, den sie geradezu altmodisch eigenwillig fand. Es geht, wie wir lesen, um ein zwölfjähriges Mädchen namens Meggie, das im Erzählstrom eines von ihm gelesenen Buches versinkt und mit der Zeit lernt, Dinge und Wesen durch Vorlesen aus Büchern zum Leben zu erwecken. Zwar übertreibt es die Autorin für den Geschmack der Rezensentin anfangs ein wenig mit der Bibliophilie ihrer Figuren. Aber dann findet sie Funkes Variation des Motivs, dass Lieblings-Romanfiguren plötzlich leibhaftig da sein könnten, ebenso meisterhaft durchdacht, wie finster und bezwingend. Mit weitausholender Geste schare die Autorin ihre Protagonisten um das Buch, das (wie ihr eigenes) "Tintenherz" heißt und um die Frage: "wer hat die Macht über den Verlauf einer Geschichte, die Entwicklung eines Charakters?" Und obwohl die Rezensentin auch Mängel zur Sprache bringt, eine konventionelle Machart und allzu häufiges Bemühen mancher sprachlicher Wendungen, gehört vieles in diesem Buch ihrer Ansicht nach doch zum besten, was man in Kinderbüchern finden könne.
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Notiz zu "Frankfurter Rundschau" vom 19.11.2003 Literaturbeilage / /
Ein wunderbares Lese-Abenteuer hatte Rezensent Fritz Wolf mit Cornelia Funkes fantastischem Schmöker "Tintenherz", der der Fantasie und der Vorstellungskraft ebenso huldigt wie den großen Werken der Jugendliteratur. Der Plot ist ein wenig ausladend, gesteht der Rezensent: Ein Buchrestaurator verfügt über die Fähigkeit, Romangestalten ins wirkliche Leben treten zu lassen, wovon leider nicht nur die Guten, sondern auch die Finsterlinge profitieren, die sich ihm und seiner Tochter Meggie natürlich prompt an die Fersen heften. Es entspinnt sich eine wilde Geschichte um Sonderlinge, Bösewichter und natürlich Tintenherz; es ist der klassische Kampf um Gut und Böse, um Fiktion und Realität. Ein Abenteuerroman, so Wolf, der einen wahren "Fantasiezauber" entfacht.
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Notiz zu "Süddeutsche Zeitung" vom 06.10.2003 Literaturbeilage / /
Cornelia Funke hat einen neuen Coup im Bereich der Fantasy-Literatur gelandet, dem sie selbstbewusst eine Liste mit 44 Titeln der klassischen (überwiegend angelsächsischen) Kinderbuchliteratur zur Seite stellt. Sybil Gräfin Schönfeldt empfiehlt es für das Bücherregal im Kinderzimmer. Ein ganz wichtiges Buch allerdings findet keine Erwähnung, bemerkt Schönfeldt, obwohl es für den Roman von großer Bedeutung sei: "Der Zauberer von Oz", das Frank Baum damals verfasst habe, meint Gräfin Schönfeldt, um ein weniger grausames Märchen für Kinder zu schreiben. Bei Funke gibt es das Böse, und es werde auch nicht gefragt: warum, behauptet Schönfeldt. In "Tintenherz" gehe es darum, wie man mit dem Bösen fertig werde. Die Bösen sind in diesem Fall "Capricorn" und "Staubfänger", die beim Vorlesen aus dem Buch "Tintenherz" schlicht entlaufen sind und nun ihrem Vorleser Mo und dessen Tochter Meggie das Leben nicht nur schwer machen, sondern sie ernstlich bedrohen. Der Roman schlägt viele Volten, und nicht alles findet Schönfeldt ganz stimmig, aber er sei ungemein spannend und mache die Macht und den Zauber von Büchern hautnah erfahrbar.
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