Buchbesprechungen von Jugendlichen für Jugendliche

Buchbesprechung von Inge Nobbehuis / Inge Nobbenhuis, 15 Jahre
Inhalt
Der 16- Jährige Andy hat schon seit seiner Kindheit Visionen. Er sieht in seinen Träumen die Zukunft. Auch als in seinem Heimatstädchen ein grausamer Kindermörder umhergeht, hat Andy solche Vorausahnungen. Er ist es, der der Polizei den entscheidenden Hinweis liefert, wo das erste Opfer des Kindermörders liegt, die Leiche eines kleinen Mädchens. Durch diese mutige Aktion gerät Andy jedoch selbst unter Mordverdacht.
Daraufhin wird das IPP ¬– das geheime Institut zur Erforschung parapsychologischer Phänomene - auf ihn aufmerksam. Er nimmt die Aufforderung, dort die Schule zu besuchen mit Erleichterung an. Endlich kommt er aus dem Städtchen weg, indem ihn alle für den verrückten und brutalen Kindermörder halten.
Im IPP trifft Andy auf Teenager seines Alters, die ähnliche Fähigkeiten besitzen wie er: Manche können ihren Körper verlassen, andere besitzen telekinetische Kräfte oder haben die Fähigkeit, die Toten zu sehen.
Andrew freundet sich mit Laura, Jeff und Rebecca an, die ihn verstehen und helfen, denn im dem Institut haben alle das gleiche Schicksal.
Während seiner Zeit auf der Schule geschieht in seiner Heimatstadt der zweite Mord. Wieder ist das Opfer ein unschuldiges, junges Mädchen.
Andy sieht seine kleine Schwester in Gefahr und als sie dann wirklich in die Fänge des Täters gerät, ist es für ihn und seine Freunde klar: Sie müssen diesen skrupellosen Mann aufhalten. Mit Hilfe ihrer übersinnlichen Fähigkeiten setzen sie gemeinsam alles daran, den Mörder zu finden.


Charakterisierung

Andy:
Andy ist ziemlich schüchtern und in sich gekehrt. Dadurch wirkt er auf andere oft verletzlich oder bemitleidenswert. Ist aber jemand, den er liebt, in Gefahr, wird er zu einem ganz anderen Menschen: Er wird mutig und setzt alles daran, den Menschen zu beschützen, auch wenn er selber dadurch in Gefahr gerät.

Rebecca:
Rebecca hat einen ähnlichen Charakter wie Andrew. Sie ist eher schüchtern, behält ihre Gedanken und Gefühle bei sich, merkt aber, dass dies nicht immer der beste Weg ist und wird im Buch immer offener und sagt auch manchmal ihre eigene Meinung.

Laura:
Laura ist so ziemlich das Gegenteil von Andy und Rebecca: Sie ist sehr extrovertiert und weiss genau, wie sie sich in der Öffentlichkeit zeigen muss, damit die anderen sie anhimmeln. Obwohl sie das geniesst, heisst das bei ihr noch lange nicht, dass sie oberflächlich oder selbstverliebt ist. Im Gegenteil, sie hilft anderen, wo sie kann, und stellt das Wohl anderer über das ihre.

Jeff:
Jeff ist ein lockerer Typ, der ähnlich wie Laura von allen Seiten gemocht wird. Was ihn aber grundsätzlich von ihr unterscheidet, ist, dass er sich nicht wirklich darum bemüht. Seine offene und liebenswürdige Art lässt eben nichts anderes zu.


Schreibstil
Das Buch ist eher einfach geschrieben, meistens ist dies auch nicht weiter schlimm, doch manchmal wünscht man sich etwas mehr: Dass die Situationen besser beschrieben werden, die Umgebung, die Gefühle oder Gedanken. An spannenden Stellen ist es aber wirklich gut geschrieben, auch wenn die nicht allzu oft vorkommen.
Das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen, was sich nach einigen Seiten als sehr angenehm herausstellt.
Es ist ein Schreibstil, der sich perfekt zum Entspannen eignet, aber auch einer, der dich die Welt rundum vergessen lässt.


Kritik
Das Buch gefiel mir im Grossen und Ganzen gut. Der eigentliche Krimi beginnt erst im letzten Viertel des Buches, als es zu der Auflösung des Falles kommt. Die Auflösung ist zu kurz gehalten, in dem Teil, in dem sie den Täter schnappen, fehlt es nicht an Spannung.
Vorher erinnert das Buch eher an einen Liebesroman, was mich weiter nicht störte, aber ich könnte mir vorstellen, dass eingefleischte Krimifans wenig erfreut darüber wären. Dadurch wird „Tödliche Träume“ aber eben auch zu einem ganz speziellen Buch, das zwei grundlegende Themen zu einem zusammenschliesst. Dadurch kommt der Krimi aber etwas zu kurz.
Ein typischer Krimi ist „Tödliche Träume“ sicherlich nicht. Diejenigen, die etwas Neues ausprobieren möchten, sollten es doch einmal versuchen. Schaden wird es mit Sicherheit nicht und einmal einen ganz anderen, speziellen Krimi zu lesen sicherlich auch nicht.


Autorin
Kathryn Cline wurde 1982 in New Jersey geboren. Schon von klein auf schrieb sie gerne, vor allem Gedichte und Kurzgeschichten. Sie studierte Literatur an der Princeton University in New Jersey. Heute lebt sie in New York und arbeitet an ihrer Doktorarbeit.
Tödliche Träume schenkte sie ihrer Nichte auf ihren dreizehnten Geburtstag, von der sie auch die Idee dazu hatte, denn sie wünschte sich ein unheimliches und spannendes Buch. Als eine Freundin von Kathryn das Buch las überredete sie sie zu einer Veröffentlichung.



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