Buchbesprechungen aus Zeitungen, Magazinen ...

Jurybegründung Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis 2005 / /
Denken Jungen wirklich immer nur an das eine? Melvin Burgess ist offenbar davon überzeugt, und so handelt DOING IT ausschließlich von Sex: Dino will endlich mit seiner Freundin ins Bett, doch die zickt. Jon bekennt sich nicht zu Deborah, weil er den Spott der Freunde fürchtet. Und auch Ben fühlt sich nicht als Glückspilz, obwohl er ein geheimes Verhältnis mit seiner Lehrerin hat.

Der stete Wechsel von Innen- und Außensicht durch verschiedene Erzählerstimmen zeigt, wie sehr die Wünsche, Hoffnungen und Ängste der Protagonisten im Widerspruch zu ihrem Handeln stehen. In drastischer, direkter und zuweilen auch urkomischer Sprache schildert Burgess all die Unsicherheiten, Peinlichkeiten und Missverständnisse der ersten sexuellen Erfahrungen, ohne dabei je in einen Ton von Anbiederung oder moralischer Wertung zu verfallen. Die authentische Gebrauchssprache der Vorlage findet in Andreas Steinhöfels Übersetzung ihre stimmige Entsprechung.

© http://www.jugendliteratur.org

Notiz zu Die Tageszeitung vom 30.10.2004 / /
Dieser Roman lässt die Rezensentin Angelika Ohland reichlich erstaunt, aber eigentlich sehr angetan zurück. Ein bisschen befremdlich findet sie wohl, welch prominente Rolle Sex in diesem Jugendroman spielt, weswegen sie ihm "einen gewissen pornografischen Reiz" nicht absprechen kann. Doch gleichzeitig ist ihrer Meinung nach erstaunlich, was der Autor Melvin Burgess thematisch noch alles in dem Buch unterbringen kann. Letzten Endes geht es in dem Buch nämlich dann doch um die inneren Werte. Das ist Ohlands Meinung nach auch das "Bemerkenswerteste" an dem Buch - "dass der Sex nicht in die Zivilisationszwinge genommen wird und da trotzdem noch was anderes Platz hat, das über den puren Trieb hinausgeht". Dass das so funktioniert, liegt nach Meinung der Rezensentin vor allem an Burgess gelungenem Plot und seinem schriftstellerischen Fähigkeiten: "Vor allem seine Perspektivwechsel sind von bewundernswert schnörkelloser Eleganz. So kann man die Pubertätsnervensägen in Ruhe betrachten und gleichzeitig ihre inneren Stimmen hören."

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.perlentaucher.de

Notiz zu Die Zeit vom 25.11.2004 / /
Wer ein Jugendbuch schreibt, muss "den Ton der Jugendlichen treffen", findet Rezensent Konrad Heidkamp. Dass dies nicht so einfach ist, weiß er seit der Lektüre von Melvin Burgess neuem Werk, das die Geschichte dreier pubertierender Jungen erzählt, die alle nur eines wollen - und auch kriegen, wie der Kritiker verrät. Der Plot sei dabei "wenig originell" und auch der Erkenntnis, dass Sex und Liebe "in den verblüffendsten Kombinationen" gelebt werden können, fügt der "Schlüssellochblick" des Autors allzu wenig hinzu, findet Heidkamp. Einen strengen Blick wirft der Kritiker auch auf das "ästhetische Verhältnis von Mittel zu Zweck", das dieses Werk prägt, und kommt zu dem Ergebnis, dass die Bilder von der gleichen Qualität wie der Stoff sind. Und so ist es für den Kritiker auch keine "Form von Prüderie", dieses Buch "schlecht zu finden".

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.perlentaucher.de



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