Buchbesprechungen aus Zeitungen, Magazinen ...

Jurybegründung Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis Jugendjury 2005 / /
Bei den "Monsterwochen" in den Rialto-Lichtspielen lernt der spastisch gelähmte Ben, der wohlbeschirmt bei seiner peniblen Großmutter aufwächst, das abgedrehte Drogenmädchen Colleen kennen. Zwischen dem kontaktarmen Cineasten und dem Bürgerschreck entwickelt sich eine eigenwillige, spröde Freundschaft. Bislang kannte Ben nur die Traumwelt des Kinos, doch durch Colleen taucht er ein in das wirkliche Leben, das ganz unbekannte Seiten für ihn bereit hält. Behutsam löst er sich von seiner Großmutter und öffnet sich neuen Erfahrungen, wechselt die Seite und dreht am Ende einen eigenen Film.

Mit Gespür für innere Spannung und Situationskomik erzählt Ron Koertge eine ebenso unterhaltsame wie hintergründige Erweckungsgeschichte, die ganz ohne Sentimentalität und Happy-End auskommt und die Heike Brandt treffsicher ins Deutsche übersetzt hat.
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Notiz zu Die Zeit vom 13.05.2004 / /
Ein sehr ungleiches Paar führt Ron Koertge in seinem Jugendroman "Monsterwochen" zusammen, erzählt Reinhard Osteroth: da ist einmal der schüchterne Benjamin, Spastiker, Cineast, der in den Rialto-Lichtspielen Süßigkeiten verkauft, und Colleen, "das Drogengirl der King-Highschool", die - zumindest vorübergehend - genug hat von ihrem Freund Ed Dorn, offenbar Anführer einer Jugendgang. Es ist "eine Erweckungsgeschichte", so Osteroth, "Colleen zeigt Ben den Sex und Marcie, die neue Nachbarin, ermutigt ihn, seinen ersten Film zu drehen." Osteroth ist hingerissen von der Erzählkunst des Autors. Koertge ist ein "Meister der lyrischen Verdichtung", er schreibt spontan, witzig und hintergründig, lobt unser Rezensent. Und den Schluss findet er einfach "filmreif".

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.perlentaucher.de

Notiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 09.10.2004 / /
Rezensentin Shirin Sojitrawalla ist ziemlich begeistert von diesem Jugendbuch, dessen Autor sie bescheinigt, die faszinierenden Seiten der Pubertät ebenso gut zu kennen, wie die traurigen. In diesem Jugendroman fand sie aus dem Arsenal einer ganz normalen Highschool ein wahres Horrorkabinett gestaltet. Nichts an seiner Geschichte über einen behinderten Jungen, den die Rezensentin als neunmalklugen Außenseiter beschreibt, wirke aufgesetzt. Gerade weil Ron Koertge keine Angst vor Stereotypen habe, gelingt ihm in den Augen der Rezensentin ein hohes Maß an Authentizität . Klug und unterhaltsam, souverän und mit viel Sinn für innere Spannung erzähle Koertge in seinem Buch, wie Protagonist Ben sich in die toughe "Schulschlampe" Colleen verliebt und es für einem Moment so aussieht, als gelinge Ben der Ausstieg aus seiner engen Welt und als gebe es für Colleen , die "mit jedem Halbstarken ins Bett geht", die Chance zumindest zu ahnen, dass auch richtige Liebe möglich sei.

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.perlentaucher.de

Notiz zu Süddeutsche Zeitung vom 07.05.2004 / /
Der Rezensent Fritz Göttler ist richtig angetan von der Geschichte eines Jungen, der sich vor der Welt da draußen am liebsten im Kino versteckt, und zwar bei Filmen über "Einzelgänger und Verstoßene" und die "Verlierer des amerikanischen Traums", in denen sich der Waise und halbseitig gelähmte Spastiker, der bei seiner Großmutter lebt, wiedererkennt. Schließlich lernt er eine andere Außenseiterin an seiner Schule kennen, die punkige und Problem behaftete Colleen - und auch seine mehrfach operierte Nachbarin weist ihm Wege, sich der Welt mitzuteilen. Mit Herz, aber ohne Sentimentalität und auch ohne Happy End - so fasst Göttler diesen Roman zusammen und zieht ein positives Fazit aus dieser Mischung: "Ein Hin und Her zwischen der Wirklichkeit und der Traumwelt des Kinos - in der auch Nicht-Cineasten sich heimisch fühlen werden.

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.perlentaucher.de



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