Buchbesprechungen von Jugendlichen für Jugendliche

Buchbesprechung von Michael Müller / Michael Müller, 14 Jahre
Ich habe dieses Buch in den Osterferien dieses Jahres in Berlin gekauft, weil ich mehr über die Geschichte der Trennung von Ost und West erfahren wollte. Ich hatte schon einiges von der DDR und der Grenze zwischen Demokratie und Kommunismus gehört, aber als ich diese Mauerresten, Todesstreifen und Baracken direkt vor mir sah, wurde mein Interesse an den Ereignissen, welche sich vor noch nicht allzu langer Zeit abgespielt hatten, geweckt. Es sind auch sehr deutliche Spuren dieses Zeitabschnittes zu sehen, was mich dazu angeregt hat, mehr darüber zu erfahren.
Vom Schreibstil her hat man natürlich einen sachbuchartigen Text zu erwarten. Das ganze Buch ist chronologisch aufgebaut, wodurch die Abläufe und Reihenfolge der Ereignisse gut verdeutlicht werden.
Das Buch gibt sehr genaue Informationen über die Geschehnisse von damals, welche durch eine Karte des Mauerverlaufs, Fotos, Briefkopien, Zeitungsausschnitten und schematische Darstellungen der Sperrgebiete um die Mauer untermalt werden.
Durch das Buch habe ich sehr viel über verschiedenste Menschen, die mitten in diesen Geschehnissen drin waren, erfahren. So zum Beispiel auch einiges über die Aufgabe der Grenz - und Mauerwächter, über das Leben der Leute, die sich andauernd verstecken müssen und so sich während enorm langer Zeit in kleinsten Baracken aufhalten, in der Hoffnung nicht gefunden zu werden und über Menschen, die plötzlich erfahren haben, dass sie von ihren besten Freunden verraten wurden. Solche Schilderungen der damaligen Zustände lassen mich nachdenklich werden.
Wenn beschrieben wird, wie manche Leute durch verminte Zonen gehen, die auch nachts taghell beleuchtet sind, damit sich niemand im Schutz der Dunkelheit der Mauer nähern kann und dann aus großer Entfernung von Scharfschützen abgeschossen werden, dann geht das unter die Haut. Ich finde es aber auch gut, dass solche Vorkommnisse beschrieben werden, denn nur dadurch kann man sich einigermaßen vorstellen, wie grausam die damalige Zeit teilweise war.
Es ist ganz wichtig, dass die Lage aus der Sicht der Westdeutschen, sowie aus der Sicht der Ostdeutschen beschrieben wird, was größtenteils getan wurde. Denn dadurch werden die Unterschiede und Gegensätze zwischen Ost und West klar, man bekommt einen Eindruck, wie die beiden Seiten mit der Situation umgegangen sind.

Und obwohl dieses Buch in kürzerer Zeit gelesen ist, als viele andere Bücher, ist es sehr lesenswert, man bekommt einen näheren Eindruck, von der schlimmen Zeit, die vor etwa 40 Jahren begann und sich erst vor 14 Jahren auf ein Ende zubewegte. Für mich war es wichtig, dass ich dieses Buch lesen konnte, denn dies ist ein Ausschnitt aus der Geschichte, die gar nicht lange zurückliegt, im Gegensatz zu den meisten anderen geschichtlichen Ereignissen.



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